doing memory

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doing memory

EX UMBRIS ET IMAGINIBUS IN VERITATEM –
Aus Schatten und Bildern zur Wahrheit  (Grabinschrift auf Melaten, Köln)

Unser Gedächtnis wird durch Erinnerungsakte hervorgebracht – das „doing memory“, es ist ein performativer Prozess. Dabei erscheint ein Bild im Hier und Jetzt, das uns erinnern lässt und uns selbst in unserer Vergänglichkeit zum Vorschein bringt.
Die Fotografien der Arbeit DOING MEMORY greifen dieses Thema auf, in einer Zeit, in der wir mit der Corona-Pandemie konfrontiert sind.

Erstaunlich viele Menschen suchen derzeit Friedhöfe auf. Die Ruheplätze für die Toten spiegeln den Besuchern, dass der Tod nicht nur die Toten betrifft, sondern vor allem die Lebenden – es sind Kommunikationsorte. Schaffen wir unsere Identität erst im Vollzug das Erinnerns und was zeichnet sich als Bild ab? Wie kann man es ablichten?

Mithilfe einer (sargähnlichen) Lochkamera und dem speziellen Abzugverfahren der Cyanotypie entstehen in analogen Langzeitbelichtungen bläuliche Bilder von Figuren auf Grabsteinen und Aufnahmen von Gärtnern und Totengräbern. Das „doing memory“ ereignet und materialisiert sich mittels dieser fotografischen Strategie.  

Was entsteht, sind bildgewordene Erinnerungsakte und eine neue Wirklichkeit, denn: „The past is never dead, it´s not even past.“ (W. Faulkner: „Requiem for a nun“)

 

 

 

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