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Phong Điền + Mương Đình, Tag 8

Es war die Hölle!
Heute morgen bin ich wieder um 5 aufgestanden, um um 5:30 Uhr am Ende des Kanals in ein Boot zu steigen und nach Phong Dien zu fahren. Der Himmel war bedeckt, was mich gefreut hat, denn ansonsten käme zu allen Schwierigkeiten auch noch das Thema Schatten dazu. Nach etwa einer halben Stunde haben wir den schwimmenden Markt erreicht und nach etwa einer halben Stunde fing es an zu tröpfeln. Das war natürlich total blöd, ich hätte meine Kamera nur ungern ausgepackt, die Händler:innen haben ihre Ware mit undurchsichtiger Plastikfolie abgedeckt und die Stimmung war (jedenfalls bei mir) im Keller.
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Nach etwa einer weiteren halben Stunde hat es nicht mehr geregnet, aber es war definitiv noch zu dunkel. An meinen Filmen kann ich nicht einfach den ISO-Wert verstellen … Die ersten Boote sind „abgezogen“. Ausserdem war die Fliessgeschwindigkeit des Flusses enorm. Wir wollen uns unter der Brücke vor dem Regen unterstellen und haben uns leicht verkeilt, rudernd konnte sich die Bootsführerin nicht auf der Stelle halten.
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Also zurück zu den anderen und warten … Die Verkäufer:innen hatten alle sehr viel Spass, wie ich es schon vorgestern gesehen hatte. Dann wurde es ganz allmählich heller, ich habe die Kamera aufgebaut und versucht zu fotografieren. Und das ging kaum, weil sich alles bewegt hat. Hatte ich das Bild auf der Mattscheibe eingerichtet, konnte ich das Pola machen, 2 Minuten entwickeln, die Filmkassette einlegen und die gesamt Situation sah komplett anders aus, unser Boot war näher an den anderen, deren gar nicht mehr in meinem Fokus, ein anderes Boot hatte sich dazwischen geschoben … OMG! Da immerhin die Lichtmenge stimmte, habe ich quasi blind fotografiert. Alle Werte von Blende und Zeit so weit wie möglich ausgereizt, ich habe gehofft, dass die Blende den Schärfeberiech tief genug sein lässt und die Zeit kurz genug ist, damit nichts verwackelt ist. Immerhin haben sich die Frauen nicht bewegt (die Männer waren schon weg).
Tja, in 6 Wochen weiss ich, ob es geklappt hat ….
So kann es irgendwie nicht weitergehen … Nur wie dann?
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Als sich alles auflöste, sind wir noch zu einem Stand gefahren, den wir schon auf dem Hinweg sehen konnten: geflutet !
Diese Frau war so unglaublich positiv, lachte viel und fragte immer wieder, ob sie jetzt auf das Cover eines bekannten Magazins käme – sie würde sich freuen!
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Dann Heimweg, vorbei an einigen Fischern und zuletzt bis vor das Gate, dass den Hauptfluss, ein von den Franzosen gebauter Kanal, der von Vietnam aus im Osten im Golf von Thailand mündet. Dieses Gate, wie sehr, sehr viele andere, wird zu jeder Flut geschlossen und natürlich danach wieder geöffnet, damit die Seitenkanäle nicht zu hoch volllaufen. Dieser Akt wird von den Einheimischen übernommen. Kaum zu glauben ….
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Etwas zufällig ergab sich heute nachmittag, dass ich beim Kochen helfen konnte. Das Neujahrsfest in Vietnam, TED genannt, luna new years ev, ist eine grosse Sache, drei Tage feiern. Hier in der Lodge wird mit den Gästen gekocht (nicht zuletzt deshalb, weil alles andere geschlossen hat). Und ich konnte teilhaben – netterweise auch später beim essen. Das war wie alles hier fantastisch!
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3 Kommentare

  1. Heike Heike

    Schön, was Du alles erlebst. Es wird schon noch klappen mit dem Photografieren, mach Dir nicht zu viele Sorgen. Du bist schliesslich noch ganz am Anfang Deiner Reise.

  2. doro scholemann doro scholemann

    tolle Szenen – trotz oder wegen des Regens!

    • Anja Schlamann Anja Schlamann

      ja und dann hörte es tatsächlich irgendwann wieder auf! 😊

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