Heute gab es einen erneuten Versuch zu fotografieren auf dem schwimmenden Markt in Cai Rang, wo ich vor etwa einer Woche schon war, damals in einer Touristengruppe inkl. Besuch von zwei Nudelmanufakturen. Also heute erneut … gemeinsam mit Ben, dem Guide, und dem Bootsführer. Es war wieder bedeckt, als wir ankamen zu dunkel und die Atmosphäre sehr unruhig mit irre vielen Touristen in Toursitenbooten.
Bei der heutigen Aktion fiel etwas stark ins Gewicht, das ich bislang nur leicht wahrgenommen habe: die unterschiedlichen Kulturen. Wir sind jedes Mal, wenn wir eine Situation auf den insgesamt ca. 500 möglichen Metern gesehen haben, an das Boot gefahren, damit Ben anfragen konnte, ob ich fotografieren kann und ihnen gesagt hat, dass es schön ist, wenn sie bewegungslos stehen und bitte auch neutral schauen. Diese Anfrage hat er nicht wirklich gern gemacht, wie sich später herausstellte, er empfand es als unfreundlich den Menschen gegenüber. Punkt 1: sie haben sich oft bewegt, gelächelt oder weiter gegessen. Wenn es offensichtlich war, habe ich nicht fotografiert. Punkt 2: wenn wir an dem Boot waren, haben sich die Menschen dorthin gestellt, wo ich sie mir gewünscht habe, wir mussten aber mit unserem Boot zunächst noch umdrehen, um weiter weg zu sein, meint, wir bewegen uns, das andfere Boot bewegt sich, manchmal schob sich eins dazwischen und die wartenden Menschen waren zum Teil genervt, laut Ben. Punkt 3: natürlich konnten wir nicht exakt dort stop machen, wo ich es mir gewünscht hätte, das Boot hat sich noch weiter bewegt oder ist näher an das Zielobjekt gekommen. Punkt 4: natürlich konnte ich kein Polaroid machen, um zu schauen,, ob alles gut ist, Punkt 5: und durch die Mattscheibe auch nicht. ich habe also wieder blind fotografiert. Natürlich kann man an dieser Stelle sagen, dass die Aktion mit einem analogen Medium keinen Sinn macht, aber wenn ich innerhalb meiner Serie bleiben will, bleibt es eben auch analog.
Ben sagte im Nachhinein, dass man die Menschen nicht bitten könne, nicht zu lächeln, das sei unfreundlich. Die Vietnamesen sind zurückhaltend und vorsichtig. Bei uns ist man es eher gewohnt, auch mal über den Fluss zu rufen.
Zurück am homestay habe ich weitere rollenden Verkaufende fotografiert, sie konnte ich bitten, neutral zu schauen.
Also ist die Frage, an welcher Stelle hier die Empfindlichkeit am grössten war, beim Guide, dem Bottsführer oder bei den Portraitierten. Alles nicht einfach …
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Die Brücke auf dem rechten Bild ist in Bau.
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Auf dem Markt gegen 6:00 Uhr angekommen, gab es reltaiv bald eine Nudelsuppe, auch, da die Zeit bis es heller wurde, abgewartet werden musste. Es gab zahlreiche Boote, die Kaffee oder eben auch Suppe angeboten haben. Wie immer wird diese Suppe aus einzelteilen zusammengefügt: die Grundsuppe mit Fleisch (pork or beef), Sojasprossen, Basilikum, Chilli, Qumquad anstatt Limette, natürlich unterschiedliche Nudeln. All das wird in die Bowl gegeben und dann den (zumeist) Touristen überreicht.
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Und meine sah dann so aus, in dem kleinen Schälchen ist Chilli und eine Qumquad:
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Auf dem schwimmenden Markt wurde alles mögliche verkauft, vom Boot links hatten wir unseren Kaffee, das Boot rechts machte Sandwich, Bánh mì.
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Und heute nachmittag gab es dann noch eine besondere Einlage: aus dem hauseigenen Teich wurde geangelt:
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Liebe Anja, ich bin erleichtert darüber, dass sich die anfänglich sehr sehr spärlichen Möglichkeiten für dein Projekt nun doch bewegen, (wenn auch manchmal im Sinne des Wortes). Ich wünsche dir viel Erfolg, nette Begegnungen und megaleckeres Essen, herzlichst Marianne
danke, marianne, für die netten worte,
ich erlebe unglaublich viel
und das essen ist fantastisch!
herzliche grüsse zurück! 😊