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Can Tho, Tag 2

was für ein tag!
in der nacht wechselten sich geräusche von einem krähenden hahn ( ab ca. 3:00 uhr vietn. zeit = 21:00 dt. zeit ) bis hin zur elektro-disco ab 6:30, da der zeitunterschied nätürlich noch nicht verinnerlicht ist, war all das weniger entspannt. jetzt gerade konnte ich das zimmer wechseln auf die abseitige seite. 🙂

was frühstücken? ich kann zugeben, dass ich mich erst daran gewöhnen muss, das jeweilige angebot überhaupt zu erkennen: ein cafe meint, dass es dort kaffee gibt, viele vietnamesen essen nichts zum frühstück, dann reisgerichte oder – und dafür habe ich mich entschieden – nudelsuppe mit rindfleisch. ( karin – ein paradies!! ). schon beim ersten löffel konnte ich meine beginnende sucht empfinden. suppe mit nudeln, fleisch und allerlei, was man sich da rein tun konnte, verschiedene basilikum-blätter zum beispiel. ein kleiner junge hat mir auf englisch erklärt, welche möglichkeiten ich hatte, sehr nett! anschliessend bin ich in das cafe gegangen und hier entstand die zweite sucht des tages: der kaffee ist grossartig! vietnam ist nach brasilien (ihr leiben braslianer 🙂 der zweitgrösste produzent an kaffee, weltweit, hier wird fast nur robusta angebaut. ein kräftiger kaffee, der heiss als shot oder geeist getrunken wird, heiss ( ca phe de ) oder kalt ( ca phe da = so geschrieben: cà phê đá), gern mit gesüsster kondenzmilch ( ca phe sua da ). immer wider treffe ich auf sehr nette menschen, die lust haben zu erklären. im cafe und auch im restaurant sitzt man auf kindergartenstühlchen, etwas lustig, so klein sind die vietnamesen ja auch nicht …
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dann ging es los, mit dem rad.
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das rad sah besser aus als es war, aber ich war froh, mich etwas ausserhalb von can tho bewegen zu können. ich wollte mir den schwimmenden markt von land aus ansehen, um mir zunächst einen überblick verschaffen zu können. ziemlich schnell wurde klar, dass ich fast die einzige auf einem fahrrad war, um mich herum, links, rechts und oft auch von vorn, waren motorcycles. ich wollte die promenade entlang des flusses radeln, was ich aber nach der dritten brücke über einen seitenarm aufgegeben habe, um mich bei allen fahrzeugen einzureihen.
das fahrradfahren findet natürlich im pulk aller sich bewegenden statt. eine ampelphase dauert etwa 1,5 minuten, sobald die ampel von raot auf grün schaltet, knattern alle los und das, wie gesagt, in alle richtungen. ich habe mehrfach erlebt, dass ein motorrad von gegenüber auf meine seite kam, um dort zu parken, zum beispiel … also, es gelingt, ich muss aber aufpassen.
auf ansage meiner vermieterin, dass der markt in etwa nach 7 km zu erreichen sein, bin ich schweisstropfend gestrampelt … und über das ziel ordentlich hinausgeschossen. denn um 11:00 uhr war kaum mehr ein boot auf dem markt zu erkennen.
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ich hatte grossen trubel erwartet, den es kaum gab. das von mir gewünschte war sowieso nicht zu sehen.

als es mir komisch erschien, habe ich an einem restaurant halt gemacht, dort war der sohn der besitzer, auf urlaub von seinem amerika-studium. er war so nett und hat mich aufgeklärt und mir auch das grab-(uber-) auto bestellt, dass mich samt fahrrad zurück zum schwimmenden markt gebracht hat. die besitzer haben mich offensichtlich so sehr bemitleidet, dass sie mir wasser und auch kleines gebäck geschenkt haben – wirklich nett !
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diese leckeren teilchen habe ich in der nähe der vormittags schwimmenden märkte gegessen, mit kokosnuss-creme, die ich darauf verteilen konnte. ich zeige den platz meines picknicks, um auf das grosse problem hier aufmerksam zu machen, überall, wirklich überall türmt sich der plastik-müll. das ist sehr traurig und erschreckend anzusehen. ausserdem sind die orte, die ich bislang gesehen habe, nicht zum fluss orientiert. die cafes, die in der nähe liegen, sind zur strasse und nicht zum wasser geöffnet. das wasser scheint nur für den transport und leider zur müllentsorgung eine rolle zu spielen.
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das, was ich suche, hat sich bislang noch nicht gezeigt, vielleicht war ich heute einfach zu spät.

Ein Kommentar

  1. elke elke

    Oh, wie schön, Anja ist wieder unterwegs und arbeitet und schreibt über die vielen neuen Eindrücke! Freue mich wieder etwas mitreisen zu können! Am Straßenrand bei den kleinen Garküchen mit den Miniplastikhockern schmeckt es am besten 😋 du kannst alles Gekochte, besonders den frischen Fisch aus den Schüsseln und Aquarien genießen, die vietnamesische Küche mag ich so sehr!!!! Liebe Grüße aus Köln, elke

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