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Huế, Tag 23

Zugegeben, heute war die Stimmung zunächst bedeckt, wie das Wetter. Immer wieder habe ich mir auf meiner Reise gesagt, dass ich für schwimmende Verkaufsstände hergekommen bin, an dieser Idee wollte ich festhalten. Das war schwierig zu finden und auch schwierig einzufangen. Die Ungewissheit, ob die Motive etwas geworden sind, wird noch zwei Wochen bestehen bleiben. Immer wieder gab es die Frage, ob ich umschwänken sollte auf das, was ich seit Jahrzehneten für die Serie fotografiere, ich wollte all meine Kraft aber in schwimmende Situationen bringen, ausgedehnt auf die rollenden Verkaufenden, die an den Kanälen vorbei gefahren sind.
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Da es hier unzählige Verkaufsstände gibt, man sich quasi gar nicht bewegen kann, ohne über welche zu stolpern, habe ich dann in meiner Genesungszeit gedacht, dass ich dann doch noch einen Tag auf einem Markt arbeite, damit ich weitere in der Art mit nach Hause bringe, wie ich sie schon habe, nur eben aus Vietnam.
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Hier in Hue angekommen, zeigte sich die shop-Welt gestern wenig ergiebig und ich befürchtete, dass die Entscheidung, weiterzureisen, vielleicht die falsche war, ich vielleicht von den Situationen weggefahren bin, die ich toll fand. Ausserdem war heute das Wetter weniger gut, es war bedeckt bis hin zu „zu dunkel“. Also … ein erstes Gespräch mit der wirklich sehr sympatischen Hotel-Managerin Claudia, sie empfahl zwei Märkte, die nicht im Zentraum liegen. Auf´s Rad .. und los!
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Und dann das, was oft passiert: auf die digitale Karte geschaut, diese Strasse statt jener gewählt, da hoffentlich weniger Verkehr und, drei Strassen weiter, plötzlich ein Markt, Stände auf der Strasse, zig, wieder, wie in Südamerika, nur Frauen, die verkaufen. GENAU DAS! Grossartig!
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Mit vielen gab es einen netten Austausch, Früchte wurden uns zum Probieren angeschnitten und angeboten, immer wieder wurde ich nach meinem Namen gefragt, gesagt, gab es oft Gelächter. Ist es wie in Brasilien, dass Anja = Anjos = Engel bedeutet? In der Situation auf dem Foto unten lachte nicht nur eine Frau, sondern zig in der ganzen Markthalle. Es war nicht klar, ob sie sich lustig machten, aber wir standen in jedem Fall auch räumlich im Zentrum und um uns herum lachten alle Frauen. Wohlwollend, sehr nett. Anders als bisher empfunden, schien es hier keine Distanz zu geben, sie freuten sich über unser Interesse und wir uns über die visuellen Eindrücke. Es war eine insgesamt sehr sympathische Stimmung.
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Der Markt erstreckt sich über mehrere Strassen, rund um zwei sehr dunkle Markthallen. War die Stimmung auch deshalb so toll, da es ausser uns keine weiteren Touristen gab?
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Und dort hat schon das Arbeiten mit der kleinen Kamera Spass gemacht, morgen vormittag geht es wieder los. Nur ein Begleiter, der/die auch übersetzen kann, will noch gefunden werden. Jemand muss den Portraitierten sagen, ob sie sich etwas weiter nach vorn stellen sollen, sich nicht bewegen dürfen und sich auch nicht schlapp lachen dürfen …
Gleich werde ich ins benachbarte Restaurant gehen und den englisch-sprachigen Kellner fragen, ob er morgen früh Zeit hat.
Das Arbeiten zwischen den Marktfrauen hat viel Spass gemacht, unten der Schuss und der Gegenschuss.
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Und zuguterletzt möchte ich vom Frühstück in unserem Hotel schwärmen, es gibt alles! Das ist so toll, im Frühstücks-Bungalow über dem Teich mit den Kois schwebend, lange und ausgiebig fantastisch frühstücken zu können ist ein wunderbarer Luxus! Es ist mit Abstand das beste Frühstück auf meiner Reise.
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