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Mương Đình, Tag 10

Das, was ich heute morgen erlebt habe, habe ich tatsächlich schon häufiger erlebt. Das Personal erzählte, dass morgens der Mann mit dem Fleisch kommt, einige sagten: SEHR früh, etwa 5:15 Uhr, dann ist es noch dunkel, andere sagten: gegen 6:30 Uhr, um 7:30 Uhr war ich mit einer Bootsfrau am Gate, das den Kanal abschliesst, verabredet. Um das frühe mitzubekommen und in der Erwartung, dass der Fleisch-Mann vielleicht doch nicht so ganz früh kommt, habe ich mich ab 6:00 Uhr mit einem Schemel auf die Strasse gesetzt. Es war wenig los, das Buch aber toll ! Gegen 6:30 kam der erste Angestellt angerollt, auf die Frage, ob der Fleischmann schon da war sagte er, dass er gerade am Dock ist, er würde mich hinbringen!
Dort angekommen wurde deutlich, dass nicht dieser Mann dort war, sondern die Frau mit ihrem Gemüse im Boot – JA! Es fand statt direkt neben dem Fähranleger, natürlich hat es für viel feixen gesorgt, Wellen gab es, das Boot hat sich bewegt … puh, ich bin nicht sicher, ob es geklappt hat. Ich gehe dazu über, etwas mehr Fleisch drumherum zu lassen, um damit auf die Bewegung vom Boot zu reagieren.
Danach bin ich zum Gate gelaufen mit der grossen Frage, ob diese Verabredung wohl klappt.
Unterwegs gab es eins der hier sehr bekannten gefüllten Baguettes, die natürlich mit jenen aus Frankreich mithalten können. Es gab unterschiedliche Füllungen, vermutlich habe ich jenes mit Speck erwischt …. 😊. Die Sonnenaufgangsstimmung am Gate hat beim Warten geholfen.
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Um ziemlich pünktlich um 7:30 Uhr ruderte eben jene Frau von vor einer Stunde um die Ecke. Super! Wieder war sie sehr geduldig. Aber … nach Polaroid und allen Wechseln usw. hat sich ihr Boot in der Strömung natürlich auch hier bewegt.
Zurück am homestay konnte ich zwei verkaufende Roller-Fahrer:innen fotografieren, jenen Fleisch-Mann, der nicht um 5:15 Uhr kam, sondern gegen 9:00 Uhr und eine leckeren Hefezopf-verkaufende Frau.

Direkt vor der Tür dieses Geländes fahren am laufenden Meter Verkaufende vorbei, manchmal wenig, manchmal ausladend bepackt – wunderbar!

Dann Frühstück, Duschen und plötzlich kam Ben zu meiner Hütte und sagte, Anja, da ist eine Frau mit Boot, willst du, komm schnell, sie wartet. Ich greife meinen Koffer, er den Roller und mit highspeed düsen wir zu der Frau. Ben dirigiert sie, ich baue auf. Auf den Märkten, auf denen ich bislang fotografiert habe, war es auch schon immer stressig, da die Leute verkaufen wollten, es grosse Bewegung zwischen den Ständen gab, hier kommt neben all dem noch dazu, dass sich auch der Stand selbst bewegt. Das ist hoffentlich nicht ein Faktor zu viel. Bild im Kasten jedenfalls.
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Ich bin glücklich, dass es los geht. In der Mittagshitze mache auch ich Pause, aber gleich geht es weiter mit den rollenden Verlaufsständen. Die Morgen- und Abend-Lichtstimmung ist ein Träumchen!
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4 Kommentare

  1. Manfred Manfred

    Wie schön, super Motive, freue mich, dass Du fündig geworden bist und dann dieses Wetter!

  2. Heike Heike

    Die Motive sind sehr schõn, sie werden sich fantastisch in Deine Serie einreihen. Man stellt sie sich schon in einer kommenden Ausstellung inmitten der uns bereits bekannten wunderbar vor. Ich freue mich für Dich.

  3. Verena Verena

    Liebe Anja,
    das klingt nach einer intensiven Zeit in der du besonders spontan und flexibel sein musst. Ich freue mich, dass du „den Fleischmann“ gefunden hast. 🙂
    Die Fotos sind toll und es klingt nach einem einzigartigen Prozess, der ein einzigartiges Ergebnis bringen wird.
    Ich bin gespannt wie die Reise für dich weitergeht und hoffe du bist zufrieden. Lass es dir weiter gut gehen und genieße die Zeit. Danke, dass du uns durch deinen Blog mitnimmst.

    • Anja Schlamann Anja Schlamann

      danke, verena, es freut mich,
      dass du es liest!
      herzliche grüsse an dich zurück aus der ferne!
      anja

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