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von Hội An nach Huế, Tag 22

Bevor ich zum heutigen Tag komme noch eine Ergänzung zum gestrigen Abend, an dem wir zum Essen in die Altstadt nach Hoi An geradelt sind. Die Stadt war voll von Touristen, abends fährt man hier mit einem kleinen Boot auf den Fluss, die Boote sind geschmückt mit farbigen Laternen, das kann man romantisch empfinden. Es herrscht eine grosse Geschäftigkeit. Uns hat der Weg zu einem Restaurant geführt (eine Empfehlung von Roswitha und Klaus – danke!) Auf dem Weg und bei den vielen Restaurant gab es immer wieder die Frage, schon vorher einzukehren, wir haben es aber bis zum Koreaner 윤식당 geschafft und das war vermutlich das beste Essen dieser Reise, grossartig.
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Und damit komme ich zu einem Punkt, der mir auffällt. Dieses koreanische Essen war ein Traum. Das kann ich bislang vom vietnamesischen weniger sagen, es ist lecker, keine Frage, aber nicht so raffiniert. Es gibt Fleisch/ Fisch gebraten, gekocht, dazu Nudeln/ Reis, plain oder gebraten und Gemüse, alles mit einer tollen Sosse. Das Tollste hier sind die Suppen Phở (Spracherklärung, sehr lustig und mit vielen weiteren Worten genau so: Als die Franzosen in den 1880er Jahren Vietnam kolonisierten (Französisch-Indochina), brachten sie einen Eintopf aus Gemüse und Rindfleisch mit, den Pot-au-feu.) Es gibt eine Fleisch/Fisch/ Gemüse-Brühe, dazu kommen Reis-/ Ei- / Weizen-Nudeln, Kräuter, Sojasprossen und alles weitere, was man mag – sehr lecker!
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Die Kultur ist für unsere (also meine) Verhältnisse sehr anders. (Marita, ich denke oft an Dich, Du hast mir genau das vor meiner Reise erzählt, jetzt kann ich es gut nachvollziehen.) Als ich für dieses Proejkt auf Kuba war, habe ich auch viel Armut gesehen. Doch die Menschen tanzten viel, sangen, waren, so schien es, glücklich. Das kann ich hier weniger erkennen. Vielleicht kann ich es einfach nicht lesen. Mir erscheint es, als wenn alles sehr geschäftig ist. Gibt es Entspanntheit? Spass? Freude? Sicherlich, nur wo? Abends, beim Sitzen an der Uferpromenade und Schauen auf die vielen bunten Boote, taucht diese Frage auf.
Was ist dieser Unterschied, der mich diesen Abstand halten lässt?
Die Menschen sind sehr nett und distanziert, eben fremd zu uns.
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Heute ging des dann weiter, weitere 100 km in den Norden, mit dem Zug. Dieser Zug verbindet Lao Cai an der nördlichen chinesischen Grenze (ca. 400 km nördlich von Ha Noi) mit My Tho, ca. 100 km südlich von Sai Gon, die Hauptroute zwischen den beiden grossen Städten hat ca. 1.700 km, wurde in den 1880ern während der französischen Kolonialzeit gebaut.
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Aussen vor dem Bahnhof steht eine Lock, im Abteil (4er Schlafabteil, in dem die Betten auch tagsüber als solche bestehen blieben) standen künstliche Blumen auf dem Tisch. Am Bahnsteig gab es Verkaufsstände, an denen sich die Reisenden hätten während des Halts Essen kaufen können, im Zug wurden wir aber auch bedient.
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Durch die Landschaft reisend sieht man natürlich vieles …
Bahnübergänge, sehr, sehr viel Bauaktivität, auch direkt an der Küste, Schaffner (?) in der Landschaft, am Zielbahnhof Loks (Klaus, mit vielen Gedanken an Dich!).
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In Hue angekommen, habe ich mich direkt in der nahen Umgebung dieses Resorts umgeschaut, wie sehen hier die Shops aus? Kann ich hier noch einige weitere Läden fotografieren? Da das Wetter leicht feucht war und wir auch erst nachmittags angekommen waren, schienen viele Verkaufende ihre Läden geschlossen zu haben. Ausserdem sind die Verkaufsstände aufgrund der klimatischen Bedingungen eher umbaut, sie haben grosse Dächer, es scheint hier deutlich mehr zu regnen als im Süden. Die Shops in der Umgebung eignen sich weniger, oft sind sie umrandet von grossen Schildern mit Schrift, was mir nicht gefällt.
Es gibt die Idee, hier oben noch 1-2 Tage zu fotografieren, wenn ich das Richtige finde. Es soll auch – tataa – einen schwimmenden Markt geben, mit wenigen Booten, 25 km entfernt (40 min Fahrzeit, 5:00 Uhr aufstehen). Den schaue ich mir natürlich an, wir werden sehen ….
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Und dann abends den ersten und vermutlich einzigen Wein der Reise im Resort. Das Essen mit allerlei Chi Chi, die Präsentation stand im Vordergrund. Die Räume, der Service und die Atmosphäre sind klasse!
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2 Kommentare

  1. Ingrid Hentzschel Ingrid Hentzschel

    Danke für den spannenden Bericht. Ich freue mich, dass du das koreanische Essen mochtest. Ich liebe es auch sehr und freue mich jetzt schon auf meine Reise nach Südkorea im Herbst :-).
    Wir drücken die Daumen, dass du weitere gute Motive findest! Liebe Grüße, Ingrid und No!

    • Anja Schlamann Anja Schlamann

      ihr lieben beiden, herzlichen dank für die zeilen!
      ihr könnt euch jetzt schon auf eine schöne reise nach vietnam freuen,
      hoffentlich sehen wir uns vorher noch!
      LG aus dem südwesten der stadt, anja

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